Ellenbogenanatomie

 

 

Beim Ellenbogengelenk handelt es sich im wesentlichen um ein Scharniergelenk. Der Oberarmknochen bildet mit der Unterarmspeiche ein Scharniergelenk. Das gesamte Gelenk ist von einer Gelenkkapsel eingeschlossen. Ebenfalls zum Ellenbogengelenk zählen das Speichen- und Ellengelenk. Die Gelenkkapsel ist vorn und hinten weit und dünn, wird jedoch seitlich durch die Seitenbänder verstärkt.

 

Die Bewegungsachse des Ellenbogengelenkes deckt sich nicht exakt mit der Längsachse des Oberarmknochens. In Streckstellung weicht der Unterarm von einer durch den Oberarm gedachten Geraden ab. In der Konsequenz daraus entsteht der sogenannte Armaußenwinkel des Unterarmes. In Streckstellung stehen die Unterarmknochen zum Oberarmknochen in einem Winkel von ungefähr 160 bis 170 Grad.

Gelenkspiegelung

Gelenkspiegelung des Ellenbogengelenkes

Sind die konservativen Therapiemaßnahmen erfolglos, ist manchmal eine operative Maßnahme notwendig. Ein Arthroskop ist ein spezielles Endoskop. Es besteht aus einem optischen System von Stablinsen, einer Lichtquelle und meist einer Spül- und Absaugvorrichtung. Bei einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Ellenbogengelenkes wird nach einem etwa 0,5 cm langen Einstich das Gelenk zunächst mit einer stumpfen Sonde punktiert und mit einer sterilen und meist elektrolythaltigen Spüllösung aufgefüllt.

 

Danach wird eine Spezialoptik in die Sonde (trokar) eingeführt und die gesamte Gelenkhöhle mittels einer Kamera auf einem Fernsehbildschirm dargestellt. Durch einen kleinen weiteren Einstich wird ein Taststab in das Gelenk eingeführt, um alle Strukturen des Gelenkes wie Knorpel, Gelenkschleimhaut, Kapselstrukturen etc. genau zu untersuchen. Falls nötig, können jetzt auch Gewebsproben entnommen werden. Der Arzt kann mit dem Arthroskop, also ähnlich wie mit einer Kamera, direkt die Gelenkstruktur betrachten und chirurgische Eingriffe in einer sogenannten Schlüssellochtechnik durchführen.

 

Folgende Veränderungen können dabei durch diesen oder weitere kleinste Hautschnitte auch behandelt werden (arthroskopische Operation): Knorpelschäden, Entfernung von störenden Schleimhautwucherungen und Entfernung freier Gelenkkörper.

 

Auf dem Bild ist ein Blick über die Kamera in das Ellenbogengelenk zu sehen. Die Gelenkflächen mit dem Knorpel sind weiß, die Fransen sind Schleimhautanteile.

 

Die Arthroskopie ist ein modernes und schonendes Verfahren, mit der die Bewegungs- und Arbeitsfähigkeit sehr schnell wieder hergestellt werden kann. Die Narkoseform können Sie direkt mit dem Narkosearzt abstimmen. Komplikationen treten bei diesem Verfahren sehr selten auf und werden mit Ihnen vor der Operation besprochen.

Freie Gelenkkörper

Freie Gelenkkörper

Unter freien Gelenkkörpern verstehen wir lokalisierte Knochen-Knorpel-Erkrankungen im Ellenbogengelenk, wobei der Knochenteil mit Knorpel abgelöst und eine Gelenksperre hervorgerufen werden kann. Uncharakteristische Schmerzen bei Bewegungen, Gelenksperren bei Ablösung eines Knorpel-Knochen-Stückes dienen zur Sicherung der Diagnose. Weiterhin ist eine Röntgenuntersuchung des Ellenbogengelenkes hilfreich bei der Diagnosestellung.

 

Da freie Gelenkkörper den Knorpel schädigen, ist eine Entfernung notwendig.

 

Die Entfernung ist über die schonende Methode einer Gelenkspiegelung möglich, siehe hierzu auch unter der Rubrik Gelenkspiegelung.

Tennisellenbogen

Tennisellenbogen

Tennis- und Werferellenbogen sind Überanstrengungen (Reizerscheinungen) an der Außen- (Tennisellenbogen) oder Innenseite (Werferellenbogen) des Ellenbogengelenkes, wobei der Tennisellenbogen sehr viel häufiger zu beobachten ist. Die Funktion des betroffenen Ellenbogengelenkes ist mitunter erheblich beeinträchtigt. Bei Versagen der konservativen Therapien ist beim sogenannten Tennisellenbogen die offene Operation indiziert. Dabei werden die chronisch entzündeten Muskelansätze über einen kleinen Hautschnitt abgelöst.

 

Mögliche Schleimbeutelentzündungen betreffen fast ausschließlich den Schleimbeutel an der Ellenbogenspitze. Ursächlich sind Entzündungen, wiederholte Verletzungen oder längerdauernde Druckbelastungen. Die Therapie bei einer akuten Entzündung beinhaltet eine Ruhigstellung sowie feucht-kalte Umschläge. Bei chronischen Veränderungen ist die Schleimbeutelentfernung operativ indiziert.

Unfallschäden

Unfallschäden

Häufige Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen sind die Verrenkung des Speichenköpfchens. Ursache ist hierbei meist eine direkte oder indirekte Gewalteinwirkung. Die Verrenkung des Speichenköpfchens ist manchmal kombiniert mit einem Bruch der Elle. Zur Therapie dient die Einrenkung sowie eine anschließende kurzzeitige Gipsruhigstellung.

 

Bei Erwachsenen ist in manchen Fällen ein operatives Vorgehen erforderlich. Der häufigste Bruch im Ellenbogenbereich ist der Oberarmbruch in Folge eines Überstreckungsbruches, bzw. eines Sturzes auf den ausgestreckten Arm, seltener ist der Beugungsbruch infolge eines direkten Sturzes auf das Ellenbogengelenk. Zur Therapie dient eine Einrichtung in Narkose und evtl. eine operative Behandlung und Sicherung der Fraktur durch Osteosynthesematerial (Schrauben, Drähte usw.).

 

Eine weitere Unfallfolge ist der Bruch des Speichenköpfchens. Der Bruch entsteht meistens durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm, wobei der Unterarm extrem seitlich abgewinkelt wird, so dass sich das Speichenköpfchen gegen das untere Ende des Oberarmknochens anpresst und zersplittert. Die Therapie ist auch hierbei das Einrichten des Bruches sowie eine nachfolgende Oberarmgipsruhigstellung, ggf. ist auch in Ausnahmefällen ein operatives Einrichten notwendig.

Glenkverschleiss

Arthrose des Ellenbogengelenkes

Unter einer Arthrose versteht man den zunehmenden Gelenkverschleiß mit Schäden der Knorpeloberfläche der verbindenden Gelenkpartner. Zusätzlich stellen sich Veränderungen im Bereich des gelenknahen Knochens, der Gelenkschleimhautkapsel sowie der Muskulatur ein.

 

Diese degenerativen Erkrankungen des Ellenbogengelenkes sind durch konservative Therapiemaßnahmen am Ellenbogen, wie Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, Injektionen (Spritzen), Krankengymnastik, Elektro- oder Ultraschallbehandlungen bzw. Salbenverbände in der Regel erfolgreich zu therapieren. Wenn diese konservativen Therapiemaßnahmen nicht anschlagen, sind manchmal operative Maßnahmen notwendig.