Kinderorthopädie Allgemeines

 

 

 

Die Kinderorthopädie befasst sich mit der Vorsorge, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Stütz- und Bewegungsorgane während des Kindes- und Jugendalters. In diesem Bereich hat sich Dr. Tim Buller spezialisiert und war jahrelang schwerpunktmäßig tätig. Kinderorthopädische Erkrankungen können nicht wie solche des Erwachsenen behandelt werden, da "Kinder keine kleinen Erwachsenen sind". Deshalb legt die Kinderorthopädie andere Maßstäbe an die konservative und operative Therapie, gerade weil die orthopädischen Erkrankungen im Kindesalter einer anderen Dynamik durch die Wachstumsvorgänge unterliegen.

 

Die wichtigsten orthopädischen Leiden im Wachstumsalter betreffen die Wirbelsäule und die untere Extremität.

 

Das Gebiet der Kinderorthopädie ist so weitreichend, wobei viele Krankheiten in den interdisziplinären Bereich der Orthopädie und Pädiatrie fallen, dass hier nur lediglich fünf Erkrankungen abgehandelt werden können.

Klumpfuß

Klumpfuß (Pes equino-varus)

 

Es handelt sich hierbei um eine passiv nicht ausgleichbare komplexe Fußfehlstellung mit folgenden Komponenten:

 

Spitzfuß, O-Beinstellung der Ferse, Hohlfuß und Innenabweichung des Vorfußes.

 

Man kann den sogenannten angeborenen (kongenital) vom sogenannten erworbenen Klumpfuß unterscheiden. Die Häufigkeit des angeborenen Klumpfußes liegt bei ca. 0,1 % der Neugeborenen, wobei doppelt so viele männliche Neugeborene betroffen sind, bei ca. 50 % besteht Doppelseitigkeit. Der sogenannte erworbene Klumpfuß kann in jedem Lebensabschnitt, insbesondere durch Lähmungen, auftreten.

 

Die Entstehung, bzw. Ursache des kongenitalen Klumpfußes, der bereits bei Geburt vorliegt, ist weiterhin unklar, es werden genetische Faktoren, kindliche intrauterine Lageanomalien sowie neuromuskuläre durchblutungsbedingte Ursachen diskutiert.

 

Bei Vorliegen eines kongenitalen Klumpfußes ist die Suche nach begleitenden anderen Missbildungen oder Deformitäten äußerst wichtig, da in ca. 5 % der Fälle eine sogenannte Hüftluxation, bzw. Dysplasie oder eine Spina bifida oder andere neurologische Defekte vorliegen.

 

 

Therapie

Beim natürlichen unbehandelten Verlauf verbleibt der Fuß in der beschriebenen Fehlstellung oder verschlimmert sich noch durch weitergehende Gelenkfehlstellungen und Deformitäten der Fußwurzelknochen. Im Laufalter wird der äußere Fußrand belastet, im Extremfall sogar der Fußrücken.

 

Zur Therapie stehen operative und konservative Verfahren, je nach Schweregrad der Klumpfußausbildung, zur Verfügung.

 

Entscheidend jeglicher Therapie ist die Frühbehandlung unmittelbar nach der Geburt und die konsequente Therapie und Kontrolle bis zum Wachstumsabschluss sowie die Einbindung der Eltern in die Therapie mit guter Zusammenarbeit.

 

 

Konservative Therapie

Unter schrittweiser geduldiger Korrektur der Fußfehlstellungen durch manuelle Redressionen erfolgt die Anlage der sogenannten Etappengipse. Es handelt sich hierbei um redressierende Oberschenkelgipsverbände in 90 Grad Kniebeugung, wobei der erste Gips idealerweise nach einem Tag, der zweite nach zwei Tagen usw. und dann in wöchentlichen Abständen in zunehmender Korrekturstellung angelegt wird.

 

 

Operative Therapie

Die Indikation der operativen Therapie besteht in einer primären extremen, manuell nicht redressierbaren Klumpfußbildung oder im Rahmen eines ungenügenden konservativen Korrekturergebnisses (rebellischer Klumpfuß).

 

Es stehen hierzu verschiedene Operationsverfahren zur Behebung der unterschiedlichen Fußfehlstellungen zur Verfügung:

 

Zur Behebung des Spitzfußes eignet sich die sogenannte Achillessehnenverlängerung, Spaltung der hinteren Gelenkkapsel im oberen und unteren Sprunggelenk, bevorzugt im Alter von 2 bis 3 Lebensmonaten.

 

Bei dem sogenannten rebellischen Klumpfuß mit großer Rezidivneigung und schweren Kontrakturen wird über den sogenannten Cincinatti-Zugang eine innere und äußere Fußwurzellösung durchgeführt. Der Zeitpunkt der Operation ist ebenfalls das Neugeborenenalter.

 

Bei Rezidiven im Wachstumsalter stehen Sehnenverlängerungen, bzw. Verlagerungen, aber auch korrigierende Knochendurchtrennungen (Korrekturosteotomien) zur Verfügung.

 

Nach Wachstumsabschluss können lediglich knöcherne Eingriffe, bei noch bestehender Deformität, eingesetzt werden.

 

Die Prognose ist bei konservativer oder operativer Frühbehandlung gut und es werden sehr gute bis gute Resultate erzielt. Unbehandelt oder schlecht therapiert handelt es sich bei dem kongenitalen Klumpfuß um eine progrediente Deformität.

Morbus Perthes

Morbus Perthes (juvenile Hüftkopfnekrose)

Hierbei handelt es sich um ein durch eine Minderdurchblutung (Ischämie) hervorgerufenes Absterben (Nekrose) des Hüftkopfes im Kindesalter (3. bis 12. Lebensjahr). Der Altersgipfel der Erkrankung liegt im 5. bis 6. Lebensjahr, wobei Jungen viermal häufiger betroffen sind als Mädchen. Doppelseitiger Befall liegt in 10 bis 20 % der Fälle vor.

 

Die Ursache dieser Erkrankung ist unklar, man vermutet eine angeborene Gefäßanomalie im Bereich des Oberschenkelhalses, aber auch hormonelle Ursachen.

 

Aufgrund der Durchblutungsstörung kommt es zum Absterben des Knochenkernes des Hüftkopfes mit nachfolgendem Abbau der abgestorbenen Knochenanteile und Wiederaufbau. Aufgrund dieses Ablaufes kann man die Erkrankung in folgende Stadien einteilen:

 

  • Initialstadium mit Gelenkerguss, Wachstumsminderung des Kopfkernes.
  • Kondensationsstadium mit Knochenverdichtung des Kopfkernes.
  • Fragmentationsstadium mit einem Nebeneinander von Verdichtungen und Aufhellungen im Röntgenbild.
  • Reparationsstadium mit strukturellem Wiederaufbau des Kopfkernes.

 

Die Erkrankung dauert ca. zwei bis vier Jahre, wobei während dieser Zeit die Wachstumsfuge des Hüftkopfes vermindert belastungsfähig ist, mit Gefahr der Deformierung. Bei Mitbeteiligung der Wachstumsfuge resultiert eine bedeutsame Wachstumsstörung mit schlechter Ausheilungsprognose. 

 

Im Röntgenbild zeigt sich ein charakteristischer, stadienhafter Verlauf, der nach Catteral in vier Gruppen eingeteilt wird, wobei die Prognose der Erkrankung mit aufsteigender Gruppenzahl schlechter wird.

 

Da der Röntgenbefund der Symptomatik und dem Krankheitsverlauf hinterherhinkt, sind die klinischen Frühzeichen zur Erkennung der Erkrankung äußerst wichtig. Es handelt sich hierbei um belastungsabhängige Hüft-, insbesondere auch Knieschmerzen mit schmerzhaftem Hinken und rascher Ermüdbarkeit des betroffenen Beines. Meistens tritt auch eine Bewegungseinschränkung, vor allem der Innendrehung und Abspreizung des betroffenen Hüftgelenkes ein, später kommt es zu einer reellen Beinverkürzung. Im Gegensatz zur Röntgenuntersuchung zeigt die Kernspintomographie bereits die Frühphase der Erkrankung auf.

 

Die Therapie des Morbus Perthes richtet sich nach Alter, Größe des abgestorbenen Bezirkes, Bewegungseinschränkung und "Containment" des Hüftkopfes (Überdachung des Hüftkopfes) und der Hüftgelenkspfanne. Prinzipiell kann gesagt werden, dass je älter das Kind bei Beginn der Erkrankung und je schlechter das Containment des Hüftkopfes ist, desto schlechter ist die Prognose und um so eher erfolgt die operative Therapie. Eine einheitliche Richtlinie existiert nicht, so dass grob gesagt jüngere Kinder mit der Catteral-Gruppe 1 bis 2 der konservativen Therapie zugeführt werden und die älteren Kinder ab Catteral-Gruppe 3  bis 4 einer Operation bedürfen. Bei einem konservativen Therapieverfahren steht die Entlastung an Unterarmgehstützen oder mit Orthesen unter Verlaufsbeobachtung für die Erkrankungsdauer (2 bis 4 Jahre) zur Verfügung. Verschlechtert sich das Containment erfolgt die operative Therapie.

 

Zur Verbesserung des Containments erfolgt eine knöcherne Umstellungsoperation des Schenkelhalses (Varisationsosteotomie), ggf. auch mit einer knöchernen Umstellung der Hüftgelenkspfanne (Salter-Osteotomie, Beckenosteotomie nach Chiari).

 

Prognostisch kann der Morbus Perthes zu einem völlig normalen Hüftkopf ausheilen. Schwere Verläufe mit Pilz oder walzenförmiger Kopfdeformierung können jedoch auch auftreten. Diese schweren Verlaufsformen führen zwangsläufig im frühen Erwachsenenalter zur Ausbildung einer Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose).

Wachstumsfugenlösung des Hüftkopfes

Wachtstumsfugenlösung des Hüftkopfes (Epiphyseolysis capitis femoris)

Hierbei handelt es sich meist um ein langsames Gleiten, bzw. Abkippen des Hüftkopfes in der Wachstumsfuge über Wochen oder Monate. Selten ist die akute Lösung während der Pubertät.

 

Das Gleiten kann auf jeder Stufe stehen bleiben, aber auch plötzlich in ein akutes Abgleiten übergehen.

 

Haupterkrankungsalter ist zwischen dem 10. und dem 16. Lebensjahr, Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Bei ca. 50 bis 60 % der Fälle sind beide Hüften betroffen.

 

Beim akuten Abgleiten kann es durch die Zerstörung der die Wachstumsfuge versorgenden Gefäße zu einem Absterben des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose) kommen.

 

Als Symptome zeigen sich bei der langsamen Form (Lentaform) diskrete Beschwerden, welche sich in Ermüdbarkeit nach Belastung, Hinken und Leistenschmerzen, aber auch Knieschmerzen äußern. Aufgrund dessen erfolgt die Diagnosestellung erst nach Wochen oder Monaten, so dass bei der Spätform zumeist eine Außendrehung und Verkürzung des Beines entsteht. In der akuten Form zeigt sich eine akute Belastungsunfähigkeit der Hüfte, die betroffenen Kinder brechen plötzlich zusammen und können akut nicht mehr laufen. Hierbei ist die Diagnose einfach zu stellen.

 

In der Regel zeigt sich bei der Untersuchung das sogenannte positive Drehmann'sche Zeichen, d.h. eine zwangsmäßige Abspreizung bei Beugung des nach außen gedrehten Beines.

 

Die Röntgenuntersuchung zeigt das Vorliegen der Erkrankung.

 

Therapeutisch ist die akute Epiphysenlösung ein orthopädischer Notfall, wobei der abgelöste Hüftkopf schnellstmöglich wieder an Ort und Stelle gebracht werden (Reposition) und dort fixiert werden muss. Dies kann offen oder geschlossen durchgeführt werden. Meist ist jedoch die offene Einstellung und Fixierung mittels Drähten oder Schrauben notwendig. Bei der Lentaform hängt das operative Verfahren vom Ausmaß des Abkippens ab. Meistens wird der nur um 20 Grad abgekippte Hüftkopf in dieser Stellung mittels Schrauben oder Spickdrähten fixiert. Liegt die Hüftkopfabkippung bis 50 Grad vor, erfolgt eine Umstellungsoperation des Schenkelhalses nach Immhäuser (Korrekturosteotomie mit Valgisation, Flexion und Derotation). Beträgt die Abkippung mehr als 50 Grad erfolgt die Korrektur direkt unterhalb des Hüftkopfes (subcapitale Osteotomie), die jedoch mit einem hohen Risiko der Hüftkopfnekrose aufgrund von Gefäßschädigung verbunden ist.

 

Im deutschsprachigen Raum hat sich auch die vorbeugende (prophylaktische) Hüftkopfspickung der Gegenseite durchgesetzt, da wie erwähnt in 50 bis 60 % der Fälle beide Hüften betroffen sind.

 

Prognostisch zeigt die Epiphyseolysis capitis femoris bei Frühdiagnose und operativer Therapie mit entsprechender Korrektur ein gutes Ergebnis. Beim Auftreten einer Hüftkopfnekrose und Belassen der Fehlstellung entwickelt sich eine frühzeitige Arthrose des Hüftgelenkes (Coxarthrose) im Erwachsenenalter.

Achsenfehlstellungen der unteren Extremität

Achsenfehlstellungen der unteren Extremität

Achsfehlstellungen im Bereich der unteren Extremitäten, in einem vorgegebenen Rahmen sind während der Wachstumsphase in gewissen Lebensabschnitten normal (physiologisch) und stellen keine Erkrankung im Sinne von therapiebedürftigen Achsenfehlstellungen dar. Das Wachstum der Haltungs- und Bewegungsorgane umfasst die Zeitspanne von der knorpeligen Anlage in der Embrionalzeit bis zum Verschluss der Wachstumsfugen in der Pubertät. In dieser Zeit kommt es zu einem auffallenden Wandel der Körperproportionen und der Achsstellungen. So ist z.B. ein O-Bein des Neugeborenen vollkommen normal, bis es sich in die physiologische X-Beinstellung nach Ablauf des 4. bis 5. Lebensjahres umwandelt.

 

Weiterhin ist eine gewisse Innendrehung im Bereich der Hüfte durch einen vermehrten Antetorsionswinkel des Schenkelhalses bis fast zum 12. Lebensjahr als normal anzusehen. Auch der kindliche Knick-Platt-Fuß ist bis zum 5., bzw. 6. Lebensjahr ein physiologisches Erscheinungsbild. Von Achsenfehlstellung der unteren Extremität kann man erst dann sprechen, wenn die zuvor physiologische Fehlstellung über eine gewisse Altersgrenze hinaus verbleibt.

 

Ursache von Achsenfehlstellungen im Bereich der unteren Extremität können sein:

 

  • Genetische Disposition
  • Folgen von Verletzungen, Tumoren oder Entzündungen
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Primäre oder sekundäre Knochenerkrankungen

 

Beispielhaft werden hier 7 krankhafte Achsenfehlstellungen der unteren Extremität vorgestellt:

 

Idiopathische Coxa antetorta (Drehfehler des Schenkelhalses)

Hierbei handelt es sich um eine isolierte Fehlentwicklung der Antetorsion (AT-Winkel), d.h. der Vordrehung des Schenkelhalses am Übergang zum Oberschenkelknochen. Diese liegt meist doppelseitig vor. Auch bei dieser Erkrankung handelt es sich um ein Verbleiben des zuvor physiologischen AT-Winkels, der nach der Geburt bis zu 40 Grad reichen kann. Persistiert ein Winkel über 50 Grad im Kleinkind- und Vorschulalter, ist dies schon als krankhaft anzusehen. Klinisch zeigt sich dann ein Einwärtsgang, wobei die Kinder über ihre eigenen Füße stolpern. Bei der Untersuchung zeigt sich eine eingeschränkte Außendrehfähigkeit mit Innendrehfähigkeit über 90 Grad, so dass die Kinder im umgekehrten Schneidersitz sitzen können. Mittels spezieller Röntgenaufnahmetechniken kann der Antetorsionswinkel bestimmt werden. Therapeutisch ist die konservative Therapie sinnvoll, da sich in ca. 85 % der Fälle eine allmählich spontane Rückbildung der vermehrten Antetorsion einstellt. Der Einwärtsgang ist bis zum Wachstumsabschluss in diesen Fällen komplett rückläufig. Eine operative Umstellung des Schenkelhalses, im Sinne einer intertrochantären Derotationsosteotomie ist nur selten nötig und sollte erst bei ausbleibender Rückbildung nach langjähriger Verlaufskontrolle durchgeführt werden. Er ist nur dann sinnvoll, wenn der Antetorsionswinkel im Alter von 8 bis 10 Jahren deutlich über 50 Grad liegt.

 

Coxa valga (X-Fehlstellung des Schenkelhalses)

Hierbei handelt es sich um eine Steilstellung des Schenkelhalses ohne Begleitdeformitäten nach Wachstumsabschluss mit einem CCD-Winkel (Caput-Collum-Diaphyse) von über 140 Grad. Ursache ist meist eine Persistenz der während der Wachstumsphase normalen Steilstellung des Schenkelhalses.



Klinisch zeigen sich meist keine, oder nur geringe belastungsabhängige Leistenschmerzen, wobei die Entstehung von Hüftgelenksarthrosen selten sind.


In speziellen  Röntgenuntersuchungen lässt sich der CCD-Winkel exakt bestimmen.



Therapeutisch kann bei zufällig festgestellter angeborener Coxa valga keine spezifische Therapie  eingeleitet werden. Bei Muskelschwäche können krankengymnastische Übungsbehandlungen die Beschwerden lindern. Zeigt sich in der Frühphase des Erwachsenenalters jedoch ein Hüftgelenkverschleiß bei mangelnder Kopfüberdachung durch das Pfannendach am Hüftgelenk, kann eine Umstellungsoperation im Sinne einer intertrochantären Varisierungsosteotomie durchgeführt werden.

 

Coxa valga antetorta (Hüftdysplasie)

Hierbei handelt es sich um eine Steilstellung des Schenkelhalses mit vermehrter Vordrehung, die sehr häufig mit der sogenannten Hüftdysplasie in Kombination steht, d.h. einer verminderten knöchernen Ausbildung des Pfannendaches. Die Extremform dieser Achsenfehlstellung resultiert in der sogenannten angeborenen Hüftluxation, die unmittelbar therapeutisch angegangen werden muss. Verbleibt diese frühkindliche Fehlform des Schenkelhalses und der Hüftpfanne, entwickelt sich außerordentlich frühzeitig im frühen Erwachsenenalter ein Hüftgelenksverschleiß (Coxarthrose).



Im Rahmen der Neugeborenen-Screening-Untersuchung können diese sogenannten Hüftdysplasien sonographisch bereits im Frühstadium entdeckt und therapiert werden. Je nach sonographischer Ausprägung der Hüftgelenksdysplasie erfolgt die konservative Spreizhosen- oder Bandagenbehandlung. Die angeborene Hüftluxation stellt die Indikation einer operativen Versorgung dar.



Zeigt sich im Therapieverlauf sonographisch oder radiologisch keine Verbesserung der dysplastischen Fehlstellung erfolgt eine operative Therapie. Hier stehen mehrere Operationsverfahren zur Verfügung. Im wesentlichen wird durch eine Verschiebung des Beckens oder des Pfannendaches die Überdachung des Hüftkopfes wieder hergestellt, so dass sich dieser normal entwickeln kann. Gelegentlich muss in gleicher Sitzung die Umstellung des Schenkelhalses im Sinne einer Derotationsvarisierungsosteotomie durchgeführt werden. Prognostisch zeigt sich bei Früherkennung und Frühbehandlung eine gute Ausheilung. Bei Nichterkennung einer Dysplasie oder vermehrten Coxa valga antetorta kann sich sekundär ein frühzeitiger Hüftgelenksverschleiß einstellen, der im frühen Erwachsenenalter einen gelenkersetzenden Eingriff nach sich ziehen kann (siehe hierzu Abschnitt Hüfte/Dysplasie).

 

Coxa vara congenita (O-Fehlstellung des Schenkelhalses)

Hierbei handelt es sich um eine O-Fehlstellung des Schenkelhalses mit Unterschreitung des altersphysiologischen CCD-Winkels mit Verkürzung und Verplumpung des Schenkelhalses. Im Extremfall entsteht die sogenannte Hirtenstabdeformität des Oberschenkelknochens. Verbleibt der CCD-Winkel im frühen Erwachsenenalter unter 120 Grad zeigt dies immer eine krankhafte Achsenfehlstellung. Die Coxa vara entwickelt sich meist sekundär unter dem Einfluss von Schwerkräften nach Laufbeginn mit Verminderung der Stabilität im Schenkelhalsbereich und Zunahme der Deformität. Die sogenannte primäre Form ist angeboren und bereits bei Geburt vorhanden. Eine spontane Aufrichtung beider Formen ist selten. Die Coxa vara congenita ist selten (1:25.000 Geburten) und meist einseitig vorhanden (70 %). Hierbei ist die Diagnosestellung aufgrund der Beinverkürzung der betroffenen Extremität erst im zweiten Lebensjahr zu stellen. Klinisch zeigt sich ein sogenanntes positives Trendelenburg-Zeichen (Hüfthinken) sowie eine Einschränkung der Abspreizbewegung. Schmerzen sind im Kindesalter selten, bei doppelseitigem Betroffensein zeigt sich ein Watschelgang.
Mit speziellen Röntgen-Einstelltechniken lässt sich der CCD-Winkel exakt bestimmen.



Die Therapie ist individuell zu stellen und ist abhängig von Alter und Ausmaß der Deformität. Ziel ist die Verhinderung der sogenannten Sekundärveränderungen (Deformierung oder Ausrenken des Hüftkopfes, Gelenkverschleiß).



Im Kindesalter kann die konservative Therapie bei nur geringer Varusdeformität durchgeführt werden. Hierzu eignen sich entlastende Orthesen oder Streckapparate, die dann die Möglichkeit der Spontanaufrichtung gewährleisten. Bei fehlender Aufrichtungstendenz sollte die Schenkelhalsumstellung, im Sinne einer intertrochantären valgisierenden Osteotomie so früh wie möglich durchgeführt werden. Diese Operation ist auch bei extrem kleinen Winkeln (< 120 Grad) als erstes indiziert.



Unbehandelt zeigt sich eine Zunahme der Deformität bis hin zur Hirtenstabdeformität oder Falschgelenkbildung. Prognostisch zeigt sich jedoch bei Früherkennung und Frühtherapie und bei leicht ausgeprägter Deformität ein gutes Ausheilungsergebnis.

 

Genu valgum (X-Bein)

Hierbei handelt es sich um eine das normale Maß überschreitende X-Beinstellung (valgus) im Kniegelenk. Diese kann ein- oder doppelseitig auftreten. Die normale Entwicklung der Beinachse im Wachstumsalter zeigt, dass mit ca. 3 Jahren, aus der O-Beinstellung als Säugling heraus, eine 10 Grad Valgusstellung erreicht wird.



Die physiologische Valgusstellung von ca. 5 bis 7 Grad wird im Schulalter mit ca. 7 Lebensjahren erreicht. Verbleibt eine X-Beinfehlstellung von 10 Grad oder darüber, handelt es sich hierbei um eine Achsenfehlstellung. Die X-Beinfehlstellung kann ein- oder beidseitig auftreten. Klinisch zeigen sich selten Beschwerden. X-Beine sind häufig mit Knick-Senk-Füßen vergesellschaftet. Verbleibt eine extreme Genu valgum Stellung der Kniegelenke, so kann es zu Kontrakturen im Bereich des Hüftgelenkes und der Füße kommen.  Nach Wachstumsabschluss führt eine Achsenfehlstellung im Sinne von X-Beinen zu einer vermehrten Belastung des äußeren Kniegelenkes und somit zur Entstehung eines Kniegelenksverschleißes (Valgusgonarthrose).



Therapeutisch sollte zunächst eine abwartende Haltung bei geringen Valgusfehlstellungen bezogen werden. Stärkere X-Bein-Fehlstellungen können durch nächtliche Lagerungsorthesen, Wachstumslenkung und Schuhinnenranderhöhungen konservativ therapiert werden. Zeigt sich keine Besserungstendenz der X-Bein-Fehlstellung oder liegt eine extreme Genu-valgum-Fehlstellung vor, kann im Wachstumsalter eine zeitweilige Wachstumsklammerung (temporäre Epiphysiodese) zur Wachstumslenkung (im Alter zwischen 10 und 13 Jahren) durchgeführt werden.



Seltener muss im Wachstumsalter, oder nach Wachstumsabschluss eine sogenannte Korrekturosteotomie am Ort der Achsabweichung durchgeführt werden.

 

Genu varum (O-Bein)

Hierbei handelt es sich um eine verbleibende O-Beinstellung im Kniegelenksbereich nach dem Säuglingsalter. Das O-Bein kann ein- oder doppelseitig auftreten. Wie schon unter Punkt 5 erwähnt, sollte ab dem 3.-4. Lebensjahr eine X-Beinstellung vorliegen. Bei Verbleiben der O-Beinstellung nach dem 4. Lebensjahr liegt eine Achsfehlstellung vor.



Auch hier zeigt sich klinisch selten ein Beschwerdebild. Die Vorstellung beim Arzt erfolgt aufgrund der auffälligen Verformung. Bei Verbleiben der O-Beinfehlstellung kommt es zu einer vermehrten Belastung des inneren Kniegelenksbereiches und somit zu einer Innenmeniskusschädigung und zu einem inneren Kniegelenksverschleiß (Varusgonarthrose).


Therapeutisch sollte auch, wie beim X-Bein, eine abwartende verlaufskontrollierte Haltung bei geringer O-Beinausprägung erfolgen. Stärkergradige O-Beinfehlstellungen können ebenfalls mit Nachtlagerungsschienen zur Wachstumslenkung und Schuhaußenranderhöhungen konservativ therapiert werden. Liegen extreme O-Beinfehlstellungen vor, können wachstumslenkende, zeitlich begrenzte Wachstumsfugenklammerungen (temporäre Epiphysiodese) operativ angezeigt sein. Bei erheblicher Deformität, ohne Besserungstendenz, kann eine Korrekturosteotomie am Ort der Achsweichung angezeigt sein.

 

Tibia vara (Blount'sche Erkrankung)

Hierbei handelt es sich um eine seltene Erkrankung mit Absterben des Knochen-Knorpel-Überganges im Bereich des innenseitigen Schienbeinkopfes. Hierdurch kommt es zur Wachstumsstörung mit Ausbildung eines O-Beines (Genu varum).


Aufgrund des zeitlichen Auftretens werden drei Typen unterschieden.

 

  • Infantile Form (bis zum 3. Lebensjahr)
  • Juvenile Form (4. bis 10. Lebensjahr) 
  • Adoleszente Form (ab dem 11. Lebensjahr)
  • Klinisch zeigt sich eine extreme O-Beinkrümmung mit Scheitelpunkt im Schienbein-Kopfbereich, evtl. mit Innendrehfehler sowie mit Innenbandlockerung und Knick-Senkfuß-Ausbildung. Durch normale Röntgenaufnahmen kann die Diagnose sicher gestellt werden.
  • Therapeutisch kommen wachstumslenkende Orthesen bis zum 2. Lebensjahr zum Tragen. Bei extremen O-Beinwinkeln ab dem 3. Lebensjahr sollte eine korrigierende Umstellungsoperation (Korrekturosteotomie) durchgeführt werden. Im späteren Erkrankungsalter kann eine Wachstumsklammerung oder eine valgisierende Korrekturosteotomie durchgeführt werden. Prognostisch ist bei Früherkennung, adäquater Frühtherapie und bei kleinen Achsfehlstellungen das Endergebnis zufriedenstellend.
  • Unbehandelt führt diese Erkrankung ebenfalls zum frühzeitigen Gelenkverschleiß (Varusgonarthrose).
Wirbelsäulenverkrümmung

Wirbelsäulenverkrümmung

Wirbelsäulenverkrümmungen können haltungsbedingt (Hohlkreuz, Rundrücken) oder auch strukturell (z.B. Skoliosen, Keilwirbel) bedingt sein. Die Wirbelsäulenverkrümmungen werden eingeteilt nach dem Ort der Ausprägung (Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule) und nach der Richtung der Verkrümmung, d.h. nach Lordose, Kyphose oder Skoliose. Jeder Wirbelsäulenabschnitt hat eine ihm eigene normale (physiologische) Krümmung in der seitlichen Aufsicht. So hat die Halswirbelsäule eine hohle = lordotische Schwingung, die Brustwirbelsäule eine runde = kyphotische Schwingung und die Lendenwirbelsäule erneut eine hohle = lordotische Schwingung. In der Frontalansicht weicht die Wirbelsäule nicht aus der Lotebene (Körperlängsachse) ab. Seitliche Verbiegungen aus dieser Lotebene, mit einem Drehfehler der Wirbelkörper, werden als Skoliosen bezeichnet - ohne Drehfehler werden sie Lotabweichung oder Seitverbiegung genannt.

 

 

Wirbelsäulenverkrümmung in seitlicher Sicht (sagittales Profil)

Vermehrung oder Verminderung der physiologischen Stellung in der seitlichen Ansicht bezeichnet man als Rundrücken-(Hyperkyphose) oder Hohlkreuzbildung (Hyperlordose). Die Hyperkyphose oder Hyperlordose kann jeden Wirbelsäulenabschnitt betreffen. Die Ursache dieser Wirbelsäulenverkrümmung kann haltungsbedingt sein, d.h. durch eine Muskel-Bänderschwäche oder strukturell. Strukturelle Ursachen können Wirbelkörperfehlformungen sein, wie z.B. ein Keilwirbel. Auch können verschiedene Wirbelkörper zum Teil oder gar nicht angelegt sein. Weiterhin gibt es Verschmelzungen einzelner Wirbelkörper untereinander. Diese strukturellen Anomalien können angeboren oder erworben (Verletzung, Entzündung, Tumor) sein. Die Therapie richtet sich jeweils nach der Ausprägung der pathologischen Gesamtkrümmung.

 

Liegen Haltungsschwächen oder -fehler vor, können diese durch krankengymnastische Übungsbehandlungen mit Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur ausreichend konservativ therapiert werden. Liegen jedoch strukturelle Veränderungen der Wirbelsäule vor, so müssen diese durch Rumpforthesen oder ggf. auch durch eine Operation korrigiert werden. Gängige operative Verfahren stellen Wirbelsäulenversteifungsoperation mit einem Schrauben-Stab-System, sowie knöcherne Korrektureingriffe der Wirbelkörper selbst mit Aufrichtung oder Wirbelkörperentfernung dar.

 

Eine spezielle, im jugendlichen Alter auftretende Rundrückenbildung (Hyperkyphose) stellt die sogenannte Scheuermann'sche Erkrankung der Brustwirbelsäule dar (Morbus Scheuermann). Hierbei handelt es sich um eine im Jugendalter auftretende Wachstumsstörung an Wirbelkörpergrund- und Deckplatten der Brustwirbelsäule und/oder Lendenwirbelsäule mit teilfixierter vermehrter Rundrückenbildung. Sie ist die häufigste Wirbelsäulenerkrankung im Jugendalter (ca. 20 % der Bevölkerung) mit unklarer Ursache. Aufgrund dieser Wachstumsstörungen entstehen im Bereich der Brustwirbelsäule die sogenannten Hohl-Rundrücken, im Brust-Lendenwirbelsäulenübergang die totalen Rundrücken und im Bereich der Lendenwirbelsäule die Flachrücken.

 

Klinisch zeigt sich während der Wachstumsphase nur bei einem Drittel der Erkankten eine Beschwerdesymptomatik, die Lendenwirbelsäulenform ist deutlich schmerzanfälliger.

 

Normale Röntgenaufnahmen sichern die Diagnose.

 

Auch hier kommen konservative Therapien primär zum Tragen. Bei leichteren Erkrankungsformen sollte die sogenannte konsequente Rückendisziplin mit endkyphosierender Krankengymnastik und Kräftigung der Rumpfmuskulatur durchgeführt werden. Bei sportlicher Betätigung sollten keine Sprungdiszipline durchgeführt werden. Schwimmen, insbesondere Rückenschwimmen, wirkt sich günstig auf den Therapieverlauf aus. Wirbelsäulenbelastungen im späteren Berufsleben, z.B. Tragen schwerer Lasten sollten vermieden werden. Bei der schweren progredienten Form im Wachstumsalter sollte man ab einem Kyphosewinkel von 50 Grad eine Korsettbehandlung einleiten. Eine sehr seltene operative Therapie wird ab einem Kyphosewinkel von mindestens 70 Grad durchgeführt.

 

 

Wirbelsäulenverkrümmungen in frontaler Sicht (frontales Profil)

Seitverbiegungen oder Lotabweichungen nach einer Seite hin haben als Ursache meist eine Beinlängendifferenz oder eine Muskel-Bänderschwäche. Sie können meist problemlos konservativ über Krankengymnastik oder Längenausgleich korrigiert werden. Anders hierzu zeigt sich die sogenannte Skoliose. Diese ist meist angeboren und genetisch bedingt (idiopathisch) und seltener erworben (Verletzung, Tumor, Entzündung). Die Skoliosen werden eingeteilt nach Ort ihrer Ausbreitung, Form und Entstehung. Weitere Unterscheidungen sind die Konvexizitätskrümmung und Schwere des Krümmungswinkels.

 

So können folgende Skoliosen vorliegen:

 

  • Angeborene Skoliose:
    Diese ist bei Geburt vorhanden. Es handelt sich meist um eine strukturelle Missbildungsskoliose mit Fixierung.
  • Säuglingsskoliosen:
    Ab dem ersten Lebensjahr, meist funktionell, ohne Progredienz.
  • Idiopathische Skoliose:
  • Infantil: 1. bis 3. Lebensjahr, vor allem bei Knaben mit Progredienz. 
  • Juvenile Skoliose: bis zum 9. Lebensjahr mit mäßiger Progredienz. 
  • Adoleszente Skoliose: 10. bis 15. Lebensjahr, meistens Mädchen mit mäßiger Progredienz.

 

Einteilung nach Wirbelsäulenabschnitten:

Thoracal = im Bereich der Brustwirbelsäule.

Thoracolumbal = Brust-Lendenwirbelsäulenübergang.

Lumbal = Lendenwirbelsäulenbereich

Thoracal und lumbal = im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich

Die Ursache der Skoliose ist vorwiegend angeboren oder durch Wirbelkörpermissbildungen (Halbwirbel) bedingt. Andere Ursachen, wie Nerven- und Muskelerkrankungen, sind seltener. Die Skoliose entwickelt sich aufgrund ungleicher Druckverteilung auf die Wachstumsplatten der Wirbelkörper mit zunehmender Formveränderung derselben. Somit kommt es zu Verdrehungen der Wirbelkörper, welche im Brustwirbelbereich zu dem sogenannten Rippenbuckel und im Lendenwirbelsäulenbereich zu dem sogenannten Lendenwulst führen. Die meisten Skoliosen werden im Alter von 10 bis 12 Jahren oft zufällig entdeckt, nur selten bestehen Beschwerden. Die Therapie richtet sich nach Skolioselokalisation und Krümmungsausprägung. Ziel der Therapie ist das Aufhalten einer nachgewiesenen Verschlimmerung, Korrektur der bestehenden Verkrümmung und Halten des Korrekturergebnisses und somit die Verhütung von Spätfolgen. Eine Operation ist nur in ca. 10 % aller Skoliosen erforderlich. Nach Cobb werden die Skoliosen in einem röntgenmesstechnischen Verfahren in verschiedene Winkelgrade eingeteilt:

 

  • Leichte Skoliosen bis 20 Grad nach Cobb unterliegen therapeutisch der konservativen, überwiegend krankengymnastischen Therapie, hier vor allem auf neurophysiologischer Basis. 
  • Mittelgradige Skoliosen zwischen 20 und 50 Grad nach Cobb erhalten zusätzlich zur Krankengymnastik eine Korsettbehandlung bis zum Wachstumsabschluss. Prinzipiell müssen diese Orthesen 23 von 24 Stunden täglich getragen werden. Als Therapieerfolg gilt schon das Aufhalten einer Progression. Zur Korsetttherapie stehen verschiedene Korsette oder Orthesen zur Verfügung (Milwaukee, Boston, Cheneau sowie das Stagnara-Korsett).
  • Schwere Skoliosen mit über 40 Grad nach Cobb stellen prinzipiell eine Operationsindikation dar, da die Verkrümmung im Erwachsenenalter verbleibt oder weiter zunimmt. Das Operationsalter liegt zwischen 12 und 16 Jahren und sollte möglichst nahe am Wachstumsabschluss liegen.
  • An operativen Maßnahmen kommen krümmungskorrigierende oder krümmungshaltende Versteifungsoperationen in Betracht, welche rein vom Rücken aus, oder rein von vorne aus oder in Kombination von beiden durchgeführt werden.
    Die prognostisch ungünstigste Form ist die progrediente Skoliose, mit Zunahme des Skoliosewinkels von 1 Grad pro Jahr. Diese führt unter Umständen zu einer Lebensverkürzung aufgrund der Verschlechterung der Lungenfunktion, bedingt durch die Wirbelsäulenverkrümmung.