Hilfe bei Hüftgelenks-Arthrose

Genau wie bei der Schulter „eine Etage“ höher, verfügt die Hüfte über ein Kugelgelenk, das sich dreidimensional bewegen kann. Ist seine Funktion eingeschränkt, liegt häufig ein Verschleiß bzw. eine Hüftgelenksarthrose zugrunde. Darunter sind alle degenerativen Erkrankungen des Hüftgelenkes zusammengefasst, die zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels unter Mitbeteiligung der Gelenkstrukturen, der Knochen, Gelenkkapsel und der gelenknahen Muskulatur führen können. In den Orthopädischen Praxen am Bült 13 hat sich ein Team aus sechs Fachärzten unter anderem auf die konservative und operative Behandlung erkrankter Hüftgelenke spezialisiert.

 

Normalerweise sorgt der Knorpel dafür, dass keine direkte Reibung zwischen dem Hüftkopf des Oberschenkelknochens und der Hüftpfanne des Beckens entsteht. Ausgelöst durch Fehlstellungen, falsche Belastungen oder Verletzungen nutzt sich der Knorpel ab und die Menge des notwendigen „Puffers“ im Gelenk nimmt ab. Das kann so weit gehen, dass quasi Knochen auf Knochen reibt. Massive Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zu einer „steifen“ Hüfte sind die schwerwiegende Folge des Verschleißes, der sich meist über viele Jahre hinzieht. Obwohl sich die Hüftgelenksarthrose meist erst im höheren Erwachsenenalter äußert, ist sie kein reines Altersleiden, sondern beginnt bei mehr als der Hälfte aller Menschen bereits ab dem 35. Lebensjahr. „Im Anfangsstadium können wir die Arthrose mit konservativen Therapiemethoden wie Krankengymnastik, Bewegungstherapie, Schmerzmedikation und Spritzen in das Gelenk behandeln“, erläutert Dr. Ulrich Maschke von den Orthopädischen Praxen am Bült. Im fortgeschrittenen Stadium hilft oft nur ein künstlicher Gelenkersatz. Das Problem: Denn es existiert kein Medikament, das verloren gegangenen Knorpel erneuern und die durch Abnutzung verursachten Veränderungen am Gelenk beseitigten kann. „Die konservative Therapie kann das Fortschreiten der Arthrose verzögern, nicht aber verhindern“, ergänzt sein Kollege Dr. Rolf Kleber. So sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Patient von sich aus für eine operative Behandlung entscheidet – in diesem Fall für eine Implantation einer Hüft-Endoprothese.

 

Langjährige Kompetenz bei Gelenkersatz

Beweglichkeit und Mobilität sind Grundvoraussetzungen für ein aktives Leben – davon sind auch die Ärzte von den Orthopädischen Praxen überzeugt. Die Implantation einer Hüftprothese kann ein Weg sein, Schmerzen zu lindern, die Gehleistung zu verbessern und ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern. Die Praxen bietet verschiedene Modelle von Prothesen an. Entsprechend dem Alter der Patienten, ihrer Knochenstruktur und den anatomischen Voraussetzungen wird sie individuell angepasst: Beim endoprothetischen Gelenkersatz entfernen die Mediziner die zerstörten Gelenkanteile und ersetzen sie durch künstliche Gelenkteile. Das Ergebnis sind eine Beseitigung der Schmerzen und eine Verbesserung der Hüftgelenks-Funktion. Unter einer Hüftgelenks-Total-Endoprothese versteht man den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks. Die Münsteraner Orthopäden verfügen in beiden Fällen über jahrelange Erfahrung. „Bei einem fortgeschrittenen Gelenkverschleiß ist die Implantation einer Endoprothese die beste Therapiemöglichkeit“, berichtet Dr. Maschke. Dabei werden die verschlissenen Gelenkoberflächen entfernt und mit Metalloberflächen aus Legierungen oder Titan ersetzt. Diese wiederum bilden mit Keramik bzw. Kunststoffanteilen als Gleitfläche das künstliche Gelenk. „Dank eines immer besseren medizinisch-technischen Fortschrittes sind Gelenkprothesen heute soweit entwickelt, dass der Patient in Fragen der Haltbarkeit, Stabilität, Beweglichkeit und Schmerzfreiheit ein gutes Ergebnis erwarten kann“, sind sich die Orthopäden einig.

 

Kurze Reha-Zeit und weniger Komplikationen

Auch wenn eine Hüftoperation für sie zur Routine geworden ist, handelt es sich noch immer um einen größeren Eingriff. Umso wichtiger ist es für die Experten, dass der Umfang der unvermeidbaren Auswirkungen auf den Körper auf ein Minimum reduziert wird. Schließlich geht es nicht „nur“ um eine Operation am Knochen, sondern auch um einen Eingriff am umliegenden Gewebe. Daher ist der operative Zugang zum betreffenden Hüftgelenk für das Team von großer Bedeutung. Ganz im Sinne einer schonenden Vorgehensweise wählen die Chirurgen der Praxen einen kurzen Zugang zum Hüftgelenk, der seitlich oder von hinten erfolgt.

„Dadurch können wir vermeiden, dass Muskeln und Sehnen ohne zwingende Notwendigkeit vom Knochen gelöst werden. Die Muskulatur wird durch die Operation kaum beeinträchtigt, was eine wesentlich kürzere Rehabilitationszeit und weniger Komplikationen für die Patienten bedeutet“, wissen die sechs Fachärzte. Auch bewegungseinschränkende Verknöcherungen um das implantierte Gelenk könnten durch die Methode vermieden werden. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Hüftoperation oder den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes gekommen ist, entscheidet das Team von Fall zu Fall. „Uns ist wichtig, den Betroffenen ein großes Stück verlorengegangene Lebensqualität zurückzugeben – vor allem, wenn durch den Gelenkverschleiß ihre Beweglichkeit und Mobilität erheblich eingeschränkt ist. Wenn dann noch die Schmerzen unerträglich werden und die konservativen Maßnahmen nicht mehr anschlagen, steht dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes nichts mehr im Wege.“ 

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