Verlängerung - Bein

 

 

Beinverkürzungen können symmetrisch, d.h. beide Beine betreffend oder asymmetrisch, d.h. ein Bein betreffend, vorliegen. Ursache von Beinlängendifferenzen sind manigfaltig.

 

Die häufigste Ursache ist ein anlagebedingter oder erworbener Minderwuchs des Beines. An anlagebedingten Minderwüchsigkeiten, die jedoch vor allem symmetrisch sind, stehen vor allem vererbte Knochenkrankheiten sowie die familiäre Minderwüchsigkeit im Vordergrund. Erworbene Beinlängendifferenzen haben meist ihre Ursache in Verletzungen des Knochens und der Wachstumsfuge, Infektionen, Lähmungen und Tumore oder auch operativ, z.B. nach Gelenkersatz oder operativer Knochenentfernung. Je nach Ausmaß der Beinlängendifferenzen kommen unterschiedliche operative oder konservative Therapien in Betracht. Grundsätzlich sollten Beinlängendifferenzen ab 1 cm ausgeglichen werden.

 

Konservative Maßnahmen

Konservative Maßnahmen

In Abhängigkeit vom Ausmaß der Beinverkürzung kommen Absatzerhöhungen mit oder ohne zusätzliche Korkeinlage, orthopädische Schuhe mit eingearbeitetem Längenausgleich oder eingebautem Innenschuh zur Anwendung. Zu beachten ist, dass ein voller Längenausgleich nur bei beweglichem Hüft- und Kniegelenk anzustreben ist. Bei Kniegelenks- oder Hüftgelenkssteifen oder Spitzfuß ist ein voller Längenausgleich nicht erwünscht.

Operative Maßnahmen

Operative Maßnahmen

Operative Maßnahmen zum Beinlängenausgleich können ab einer Beinverkürzung von 2,5cm angezeigt sein. Ausgleiche können einerseits durch eine Verlängerung des verkürzten Beines und andererseits durch eine Verkürzung des längeren Beines oder auch durch eine Kombination beider Verfahren erreicht werden. Die ausgleichenden Knochendurchtrennungen (Korrekturosteotomien) können während des Wachstums oder nach Wachstumsabschluss durchgeführt werden. Wachstumsbremsende oder wachstumsstimulierende Maßnahmen, wie sie früher häufig durchgeführt wurden, treten wegen des unsicheren Endergebnisses zunehmend in den Hintergrund.

 

Risiken dieser zeitweiligen Wachstumsklammerung (temporäre Epiphysiodese) oder endgültige Wachstumsklammerung (definitive Epiphysiodese) sind vor allem Über- oder Unterkorrekturen sowie eine asymmetrische Wachstumsbremsung mit häufigen notwendigen Nachkorrekturen.